Leitfaden

B2B-Marketing-ROI, der die Geschäftsführung überzeugt

Christina Vontin · Aktualisiert · 10 Min. Lesezeit

Die Formel für Marketing-ROI passt in eine Zeile, doch ihr wichtigster Wert lässt sich nur schwer bestimmen: der Umsatz, der auf Marketing zurückgeht. Bei Investitionsgütern und großen Dienstleistungsverträgen sind nach einer Faustregel des Marketingforschers John Dawes zu jedem Zeitpunkt nur rund 5 % der Käufer im Markt. Was eine Kampagne bei den übrigen 95 % bewirkt, zeigt sich oft erst Jahre später, wenn diese einen neuen Anbieter suchen. Ein großer Teil der Wirkung liegt damit außerhalb des Zeitraums, den ein einzelner Report abdeckt.

Fünf Kennzahlen machen diesen Beitrag dennoch sichtbar: die Kosten der Kundengewinnung (CAC), das Verhältnis des Kundenwerts über die gesamte Kundenbeziehung zu diesen Kosten (LTV:CAC), die Amortisationsdauer, die marketingbeeinflusste Pipeline und der marketingbeeinflusste Umsatz. Die ersten drei beschreiben, was ein Kunde kostet und was er einbringt. Die beiden anderen zeigen, welcher Teil des Ertrags auf Marketing zurückgeht.

Wie aussagekräftig diese Kennzahlen sind, hängt vom Geschäftstyp ab. Im Abonnementgeschäft ergeben viele Abschlüsse stabile Durchschnittswerte. Im Projekt- und Anlagengeschäft gibt es dagegen nur wenige Aufträge im Jahr, und zwischen erstem Kontakt und Auftrag vergehen oft Monate oder Jahre. In Europa sind zudem die Daten begrenzt, auf die sich eine Messung stützen kann. Mehr als die Hälfte der Internetnutzer in der EU lehnt laut Eurostat ab, dass ihre Daten für Werbung genutzt werden. Dieselben Kennzahlen beantworten aber auch eine zweite Frage, die sich vor jeder Kampagne stellt: Wie viel darf ein Neukunde kosten?

Welche Kennzahlen den ROI im B2B-Marketing belegen

Damit die Kennzahlen überzeugen, legen Marketing und Vertrieb vorab gemeinsam fest, was als Beitrag des Marketings zählt.

KennzahlBerechnungWas sie zeigt
Kosten der Kundengewinnung (CAC)Kosten für Marketing und Vertrieb im Neugeschäft ÷ Zahl der NeukundenWas ein neuer Kunde kostet
LTV:CACRohertrag über die gesamte Kundenbeziehung ÷ CACWie viel ein Kunde im Verhältnis zu den Kosten seiner Gewinnung einbringt
AmortisationsdauerCAC ÷ monatlicher Rohertrag pro KundeNach wie vielen Monaten diese Kosten wieder eingespielt sind
Marketingbeeinflusste PipelineWert der offenen Opportunities, an denen Marketing beteiligt istWelche Verkaufschancen Marketing mit vorbereitet hat
Marketingbeeinflusster UmsatzUmsatz aus gewonnenen Opportunities, an denen Marketing beteiligt warWelcher Ertrag in die ROI-Rechnung einfließt

Als Beitrag kann ein persönlicher Kontakt gelten, etwa ein Termin, ein Workshop oder ein Fachvortrag, aber ebenso ein digitaler, etwa das Lesen eines Fachartikels, eines Whitepapers oder einer Studie oder die Teilnahme an einem Webinar. Entscheidend ist, dass sich jemand mit dem Produkt oder dem Service auseinandersetzt. Eine geöffnete E-Mail reicht nicht. Würde sie zählen, ließe sich fast jeder Auftrag mit Marketing in Verbindung bringen.

Wie unterscheiden sich Marketing-Kennzahlen je nach Geschäftstyp?

Im Abonnementgeschäft lassen sich Kosten und Wert eines Kunden laufend messen. Im Projekt- und Anlagengeschäft helfen dieselben Kennzahlen vor allem bei der Planung.

Angelehnt an die Einteilung der Marketingprofessoren Klaus Backhaus und Markus Voeth betrachten wir drei Geschäftstypen, die sich vor allem in der Zahl der Abschlüsse und in der Art des Umsatzes unterscheiden:

Projekt- und AnlagengeschäftProduktgeschäftAbonnementgeschäft
BeispieleIndustrieanlagen, große IT- und Dienstleistungsprojekte, mehrjährige DienstleistungsverträgeMaschinen, große Produkte, SoftwarelizenzenSoftware als Service
UmsatzGroßer Auftrag, dazu FolgegeschäftEinzelverkauf, dazu Service und ErsatzteileLaufend, solange der Kunde bleibt
Abschlüsse im JahrWenigeMittel bis vieleViele

Für das Abonnementgeschäft hat der Investor David Skok von Matrix Partners in seinem Leitfaden SaaS Metrics 2.0 zwei Richtwerte formuliert. Ein Kunde soll über die gesamte Kundenbeziehung mehr als dreimal so viel einbringen, wie seine Gewinnung kostet. Und er soll diese Kosten nach spätestens zwölf Monaten wieder eingespielt haben.

Im Projekt- und Anlagengeschäft eignen sich für den Erfolgsnachweis gegenüber der Geschäftsführung die marketingbeeinflusste Pipeline und der marketingbeeinflusste Umsatz besser. Kosten der Kundengewinnung und Kundenwert helfen hier vor allem bei der Planung. Mit ihnen lässt sich vor einer Kampagne berechnen, wie viel die Gewinnung eines Auftrags kosten darf.

Warum baut Marketing bei großen und seltenen Aufträgen vor allem Nachfrage auf?

Bei Investitionsgütern und großen Verträgen erreicht Marketing vor allem Unternehmen, die gerade nicht kaufen. Es sorgt dafür, dass diese Unternehmen einen Anbieter kennen und in Betracht ziehen, sobald bei ihnen Bedarf entsteht.

Dawes schätzt, dass im Lauf eines Jahres nur rund 20 % der B2B-Käufer im Markt sind. Die übrigen haben laufende Verträge, oder bei ihnen steht schlicht keine Investition an.

Les Binet und Peter Field zeigen in ihrem Bericht für das B2B Institute von LinkedIn, dass Markenaufbau Nachfrage schafft und über Jahre wirkt, während Aktivierung, etwa die Gewinnung von Leads, vorhandene Nachfrage schnell in Umsatz umwandelt. Ein Unternehmen braucht beides.

Für die ROI-Rechnung hat das eine unbequeme Folge: Wer den Beitrag des Marketings nur an Leads misst, sieht nicht, wie die Nachfrage entstanden ist.

Wie lässt sich der Marketing-ROI gegenüber der Geschäftsführung belegen?

Eine Geschäftsführung überzeugt eine Messung, deren Regeln sie vorab mitgetragen hat und die Ergebniskennzahlen klar von Nachfrageindikatoren trennt.

Wie solche Regeln aussehen können, habe ich zwischen 2012 und 2015 erlebt, als ich das Field Marketing von TomTom Telematics in Europa leitete. Marketing vereinbarte über ein Telemarketing-Team Termine mit möglichen Kunden. Nach dem Gespräch entschied der Vertrieb, ob daraus eine Opportunity wurde. Ein Teil der Vergütung im Marketing hing von der Zahl dieser Opportunities ab, die wir jedes Quartal gemessen haben. Dieser Rhythmus passte, weil die Aufträge vergleichsweise klein waren und die Kunden innerhalb weniger Monate entschieden.

Bei großen Aufträgen vergeht dagegen oft mehr als ein Quartal, bis aus einem ersten Kontakt eine Opportunity wird. Der Erfolgsnachweis braucht dann einen längeren Zeitraum. Wie schwer dieser Nachweis fällt, zeigt eine Befragung von Gartner unter 378 CMOs und anderen leitenden Marketingverantwortlichen. Nur 52 % von ihnen gelingt es, ihren Beitrag zu den Unternehmenszielen zu belegen und dafür Anerkennung zu bekommen. Als größte Skeptiker nennen sie CFO und CEO. Wer den Wert des Marketings langfristig darstellt und seine Wirkung auch im Vertrieb und in der Kundenbeziehung zeigt, hat bessere Chancen: Mehr als zwei Drittel von ihnen konnten den Wert von Marketing belegen.

Über einen so langen Zeitraum muss die Messung zwei Arten von Zahlen auseinanderhalten. Ergebniskennzahlen sind der marketingbeeinflusste Umsatz, die marketingbeeinflusste Pipeline und die Kosten der Kundengewinnung. Nachfrageindikatoren zeigen früh, ob Marketing die richtigen Unternehmen erreicht, lange bevor daraus eine Opportunity wird.

Was sich messen lässt, wenn die Marketingdaten lückenhaft sind

Kein Messverfahren erfasst den ganzen Weg zum Auftrag. Welches Verfahren sich eignet, hängt vom Geschäftstyp ab und davon, ob man Ergebnisse in Pipeline und Umsatz sehen will oder frühe Signale für neue Nachfrage.

Wie lässt sich der Beitrag des Marketings zum Umsatz messen?

Bei kurzen Kaufentscheidungen misst die Webanalyse den Beitrag des Marketings zu Pipeline und Umsatz. Bei großen Aufträgen, über die Kunden monatelang entscheiden, übernimmt das CRM diese Aufgabe.

Die Webanalyse ordnet einen Kauf den Besuchen und Klicks zu, die ihm vorausgingen. In Google Analytics reicht dieser Rückblick höchstens 90 Tage. Wer innerhalb weniger Wochen kauft, wird also vollständig erfasst. Bei einem Auftrag, der nach neun Monaten unterschrieben wird, sieht die Webanalyse nur ein Drittel des Weges.

Hinzu kommt die Zahl der Beteiligten. Laut Forrester entscheiden im B2B im Schnitt 13 Personen über einen Kauf, und 89 % der Käufe betreffen zwei oder mehr Abteilungen. Die Webanalyse erfasst jeden Besucher einzeln und bildet nicht das Buying Committee ab.

Im Projekt- und Anlagengeschäft misst deshalb das CRM den Beitrag des Marketings. Dort wird an jeder Opportunity festgehalten, an welchen Kampagnen die beteiligten Personen des Kunden teilgenommen haben. Wie weit das System zurückblickt, lässt sich an die Dauer der Kaufentscheidungen anpassen. In Salesforce etwa sind bis zu 9.999 Tage zwischen dem ersten Kontakt mit einer Kampagne und dem Entstehen einer Opportunity möglich. Das funktioniert allerdings nur, wenn der Vertrieb die beteiligten Personen an der Opportunity hinterlegt. Deshalb beginnt belastbare Messung hier mit Disziplin im CRM.

Wie lässt sich messen, ob Marketing Nachfrage aufbaut?

Nachfrageindikatoren zeigen, ob Marketing die richtigen Unternehmen erreicht und ob diese an die Marke denken, lange bevor eine Opportunity entsteht.

Welche Unternehmen eine Website besuchen, lässt sich über die IP-Adresse ihres Firmennetzes erkennen. Als ich zwischen 2015 und 2022 bei Cognizant für Paid Media verantwortlich war, haben wir Kampagnen in Media und Suche daran gemessen, wie viele der Zielunternehmen anschließend unsere Website besuchten. So ließ sich für jede Kampagne ablesen, wie genau das Targeting war und welche Kanäle die Zielunternehmen tatsächlich erreichten. Diese Ergebnisse flossen in die Auswahl der Zielunternehmen und Kanäle für die folgenden Kampagnen ein. Ungenau wird die Zuordnung, wenn Mitarbeitende im Homeoffice oder mobil surfen.

Bei der Suche mit KI greift diese Zuordnung nicht. Liest ChatGPT eine Seite, um eine Frage zu beantworten, kommt der Abruf von OpenAIs eigenen Servern und verrät nichts über das Unternehmen, aus dem die Frage kam. Erst wenn jemand auf einen Link in der Antwort klickt, erreicht sein Besuch die Website direkt. Ob ein Unternehmen über KI die richtigen Zielkunden erreicht, lässt sich also kaum messen, wohl aber gestalten. Entscheidend ist, ob seine Inhalte genau die Fragen der Zielkunden beantworten. Die Anzeigen, die OpenAI inzwischen in ChatGPT zeigt, folgen derselben Logik. Nach eigenen Angaben wählt OpenAI sie vor allem nach dem Kontext und der Absicht des Gesprächs aus.

Die Messung der Suche mit KI steht noch am Anfang. Seit Juni 2026 zeigt die Search Console, wie oft Seiten in Googles AI Overviews und im AI Mode erscheinen. Es lohnt sich zu beobachten, welche Daten die Anbieter künftig bereitstellen. Ich gehe allerdings davon aus, dass in der EU beim Datenschutz dieselben Grenzen gelten werden wie bei der Webanalyse.

Ob Käufer bei Bedarf an ein Unternehmen denken, lässt sich nur über Befragungen messen. Jenni Romaniuk vom Ehrenberg-Bass Institute beschreibt in einer Studie für das B2B Institute, wie sie aufgebaut sind. Thought Leadership nennt sie dort ausdrücklich als ein Mittel, eine Marke mit typischen Kaufsituationen zu verbinden. Solche Befragungen sind aufwendig. Sie zeigen, wie präsent eine Marke bei Käufern ist, belegen aber keinen Umsatz und dienen deshalb eher der Steuerung im Marketing als dem Erfolgsnachweis.

Einfacher zu erfassen sind Signale aus dem eigenen Geschäft. Anfragen ohne vorausgehende Kampagne und Einladungen zu Ausschreibungen kann der Vertrieb im CRM als eigene Quelle festhalten. Hinzu kommt die Frage an jeden neuen Kunden, wie er auf das Unternehmen aufmerksam wurde. Seine Antwort erfasst auch Kontakte, die keine Messung sieht, etwa eine Empfehlung.

Welches Messverfahren passt zu welchem Geschäftstyp?

Die Übersicht zeigt, was jedes Verfahren erfasst und wo seine Grenzen liegen:

VerfahrenWas es zeigtArtGrenzePasst vor allem für
WebanalyseWege von Besuchern bis zur Anfrage oder zum KaufErgebniskennzahlRückblick in Google Analytics höchstens 90 Tage, erfasst einzelne Personen statt des Buying Committees, nur mit EinwilligungAbonnement- und Produktgeschäft
Einfluss im CRMWelche Opportunities Marketing mit vorbereitet hatErgebniskennzahlNur so gut wie die Pflege der DatenProjekt- und Anlagengeschäft
Zuordnung von Besuchen zu UnternehmenOb Kampagnen und Inhalte die richtigen Unternehmen erreichenNachfrageindikatorUngenau bei Homeoffice und mobilen Geräten, greift nicht bei Abrufen durch KIProjekt-, Anlagen- und Produktgeschäft
Sichtbarkeit in KI-AntwortenWie oft Inhalte in KI-Antworten erscheinenNachfrageindikatorZeigt nicht, welche Unternehmen gefragt habenAlle Geschäftstypen
Befragung zur MarkeOb Käufer in typischen Kaufsituationen an die Marke denkenNachfrageindikatorAufwendig, belegt keinen UmsatzProjekt-, Anlagen- und Produktgeschäft
Signale im CRMAnfragen ohne Kampagne, Einladungen zu AusschreibungenNachfrageindikatorNur, wenn der Vertrieb sie als eigene Quelle erfasstProjekt- und Anlagengeschäft
Befragung neuer KundenWie Kunden auf das Unternehmen gestoßen sind, auch ohne KlickErgänzt beideDie Erinnerung der Befragten ist ungenauAlle Geschäftstypen

Wie viel eine Marketingkampagne kosten darf

Aus erwartetem Auftragswert, Abschlussquote, Bruttomarge und Ziel-ROI lässt sich vor einer Kampagne berechnen, wie viel Marketing pro Lead, Opportunity und Auftrag ausgeben darf.

Der Erfolgsnachweis blickt zurück. Die Planung fragt vorher, wie viel eine Kampagne kosten darf, und beginnt bei dem, was sie bringen soll: Wie viele Opportunities soll sie eröffnen, wie viele davon werden zu Aufträgen, und welchen Rohertrag bringen diese einschließlich Folgegeschäft? Ein Teil dieses Rohertrags darf in die Gewinnung der Kunden fließen.

Wie groß dieser Teil ist, bestimmt der Ziel-ROI, den jedes Unternehmen selbst festlegt. Ein ROI von 200 % bedeutet definitionsgemäß, dass der Rohertrag dreimal so hoch ist wie die Kosten der Kundengewinnung.

Wie viel darf ein Lead im Projektgeschäft kosten?

Ein Rechenbeispiel mit angenommenen Werten zeigt, wie die Planung funktioniert:

SchrittRechnungErgebnis
Pipeline20 Opportunities × 125.000 € Auftragswert2.500.000 €
Gewonnene Aufträge20 × 25 % Abschlussquote5 Aufträge, 625.000 €
Mit Folgegeschäft625.000 € + 60 % Folgegeschäft1.000.000 €
Rohertrag1.000.000 € × 36 % Bruttomarge360.000 €
Vertretbare Kosten, um die Kunden zu gewinnen360.000 € ÷ 3 (Ziel-ROI von 200 %)120.000 €
davon Marketing120.000 € × 25 %30.000 €
Marketing pro Auftrag30.000 € ÷ 56.000 €
Marketing pro Opportunity30.000 € ÷ 201.500 €
Marketing pro Lead30.000 € ÷ 80 Leads, wenn jeder vierte Lead zur Opportunity wird375 €

Die übrigen 90.000 € entfallen auf Vertrieb, Angebotserstellung und Presales.

Wie sich das eigene Kampagnenbudget berechnen lässt

Die meisten Zahlen für diese Rechnung gibt es im Unternehmen bereits. Auftragswert, Abschlussquote und Folgegeschäft stehen im CRM oder kommen vom Vertrieb. Die Bruttomarge kennt das Controlling, und wie viel der Kosten der Kundengewinnung auf Marketing entfällt, zeigt das eigene Budget. Der folgende ROI-Rechner setzt diese Zahlen zusammen.

ROI-Rechner

Wie viel darf eine Kampagne kosten, damit sie den Ziel-ROI erreicht?

Wie der Rechner funktioniert

Wovon er ausgeht

  • Er geht von der Zahl der Opportunities aus, die eine Kampagne bringen soll, und berechnet daraus Aufträge, Umsatz und Rohertrag.
  • Ihr Ziel-ROI bestimmt, welcher Teil dieses Rohertrags in die Gewinnung der Kunden fließen darf. Der Anteil des Marketings daran ist das Kampagnenbudget.

Wofür Sie ihn nutzen können

  • Sie legen eine Obergrenze für eine Kampagne fest, bevor Sie Budget freigeben.
  • Sie briefen Agenturen mit Zielkosten pro Lead und pro Opportunity.
  • Sie prüfen Kampagnen anhand dieser Werte. Vergleichen Sie das Budget pro Lead mit dem, was Ihre Kanäle oder Agenturen tatsächlich pro Lead berechnen. Liegen diese darunter, erreicht die Kampagne Ihren Ziel-ROI.
  • Sie sehen, was eine höhere Abschlussquote oder größere Aufträge wert sind.
Was die Kampagne bringen soll
Ihre Ziele

Bitte füllen Sie die Felder aus, um Ihr Kampagnenbudget zu sehen.

Liegen die tatsächlichen Kosten pro Lead später über dem errechneten Wert, erreicht die Kampagne den Ziel-ROI nicht. Dann lohnt es sich, Zielgruppe, Kanäle und Inhalte zu prüfen.

Die erste Planung ist eine Schätzung, oft eine grobe. Wer nach jeder Kampagne die tatsächlichen Zahlen einsetzt, plant die nächste genauer. Mit der Zeit wird aus der Schätzung eine belastbare Planungsgrundlage.

Wo ein belastbarer Marketing-ROI beginnt

Belastbar wird der ROI des Marketings, wenn Kennzahlen, Messung und Planung zum eigenen Geschäftstyp passen und Marketing, Vertrieb und Geschäftsführung die Regeln vorab gemeinsam festlegen.

Damit wird der ROI zu einer Größe, über die ein Unternehmen vor der Investition entscheidet, statt sie erst im Nachhinein zu rechtfertigen.

Für einen ersten Schritt reicht eine halbe Stunde. Rechnen Sie die nächste geplante Kampagne mit Ihren eigenen Zahlen im Rechner durch. Wo eine Zahl fehlt, zeigt sich, welche Daten Marketing, Vertrieb und Controlling künftig gemeinsam pflegen sollten.

Fragen und Antworten

Welche Marketing-KPIs belegen gegenüber dem CEO den ROI?

Fünf Kennzahlen belegen den Beitrag des Marketings: die Kosten der Kundengewinnung (CAC), das Verhältnis des Kundenwerts über die gesamte Kundenbeziehung zu diesen Kosten (LTV:CAC), die Amortisationsdauer, die marketingbeeinflusste Pipeline und der marketingbeeinflusste Umsatz. Im Abonnementgeschäft eignen sich alle fünf für den laufenden Erfolgsnachweis. Bei wenigen großen Aufträgen sind die marketingbeeinflusste Pipeline und der marketingbeeinflusste Umsatz aussagekräftiger. Überzeugend wird der Nachweis, wenn die Geschäftsführung die Regeln vorab mitträgt und Ergebniskennzahlen von Nachfrageindikatoren getrennt sind.

Was ist marketingbeeinflusster Umsatz?

Marketingbeeinflusster Umsatz ist der Umsatz aus gewonnenen Opportunities, an denen Marketing beteiligt war. Was als Beteiligung zählt, legen Marketing und Vertrieb vorab fest, etwa Termine, Fachvorträge, das Lesen einer Studie, eines Fachartikels oder eines Whitepapers sowie die Teilnahme an einem Webinar. Im Projekt- und Anlagengeschäft hält das CRM diese Beteiligung an jeder Opportunity fest.

Warum taugt LTV:CAC im Projektgeschäft eher zur Planung als für den Erfolgsnachweis?

Im Projekt- und Anlagengeschäft gibt es im Jahr nur wenige Aufträge, sodass schon ein einzelner großer Auftrag den Wert stark verändern kann. Als laufende Kennzahl schwankt LTV:CAC dort zu sehr. Vor einer Kampagne hilft dieselbe Rechnung aber bei der Frage, wie viel die Gewinnung eines Auftrags kosten darf.

Wie viel darf ein Lead im B2B kosten?

Wie viel ein Lead kosten darf, lässt sich aus dem Rohertrag ableiten, den eine Kampagne erwarten lässt. Der Ziel-ROI bestimmt, welcher Teil dieses Rohertrags in die Gewinnung der Kunden fließen darf. Aus dem Anteil des Marketings daran lässt sich das Kampagnenbudget ableiten. Teilt man dieses Budget durch die Zahl der Leads, die für die erwarteten Opportunities nötig sind, ergibt sich der Betrag pro Lead. Einen festen Wert, der für alle Unternehmen gilt, gibt es deshalb nicht.

Was sind frühe Indikatoren für Nachfrage im B2B-Marketing?

Frühe Indikatoren zeigen, ob Marketing die richtigen Unternehmen erreicht, bevor eine Opportunity entsteht. Dazu gehören Besuche von Zielunternehmen auf der Website, Anfragen ohne vorausgehende Kampagne, Einladungen zu Ausschreibungen und die Antworten neuer Kunden auf die Frage, wie sie auf das Unternehmen gestoßen sind. Auch die Sichtbarkeit in KI-Antworten zeigt Reichweite, allerdings nicht, welche Unternehmen fragen. Aufwendiger sind Befragungen, die zeigen, ob Käufer in typischen Kaufsituationen an die Marke denken.

Christina Vontin

Strategin für B2B-Technologiemarketing. Leitende Marketingrollen bei CGI, GFT, TomTom und Cognizant seit 2000.

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Quellen